“Er wurde vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.” (Apostelgeschichte 1,9 ff) – Christi Himmelfahrt

 

 

Da stehen sie, die Jünger und schauen verdutzt zum Himmel. Dieser Jesus, mit dem sie so viel erlebt und durchgemacht haben, den sie am Kreuz haben sterben sehen und der auf unvorstellbare Weise vom Tode auferstanden ist und zu ihnen zurückkehrte, dieses Vorbild und Hoffnungsträger, dieser Jesus macht sich einfach vom Acker. Ich bin dann mal weg!

Zum zweiten Mal, nach der Verhaftung, dem Prozess und der Hinrichtung Jesu fühlen sie sich ge- und enttäuscht, allein gelassen mit ihren alltäglichen Sorgen und Nöten.

Aber: Durch die Himmelfahrt richtet sich der Blick der Jünger auf den Himmel. Dort ist Jesus jetzt und von dort wird er zurückkommen, so versprechen es ihnen die Engel.

Abstand gewinnen

Christi Himmelfahrt kann auch für mich heute der Impuls sein, nach oben zu schauen, mich und meinen Blick zum Himmel zu erheben. Weg vom Klein Klein des Alltags, der mich so manches mal niederdrückt. Es ist Zeit das in den Blick zu nehmen, was mein Leben „himmlisch“ macht.

Abstand gewinnen von den Alltagssorgen und –problemen, von den Kämpfen und Auseinandersetzungen, denen ich im Beruf und Alltagsleben ausgesetzt bin und wieder den Blick für das Wesentliche gewinnen: Meine Familie, meine Freunde, meine Hobbies.

Am besten gelingt mir dies, wenn ich mir kleine Fluchten aus dem Alltag gönne – raus in die Natur, auf einen Berg zum Beispiel. Dann liegt dort unten ganz klein meine Alltagswelt mit all ihren Problemen und Herausforderungen. Die können heute mal warten, heute geht es um Wichtigeres.
Heute bin ich auch mal weg und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen!
In diesem Sinne, einen schönen Feiertag euch!

 

Zum Autor: Jens Hausdörfer ist Geistlicher Verbandsleiter des BDKJ Bayern


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